"...Dann fiel mir ein, ich könnte zur Übung etwas Blut vergießen, also setzte ich mich auf den Rand der Wanne und legte meinen rechten Fußknöchel auf das linke Knie. Dann hob ich die rechte Hand, in der ich die Rasierklinge hielt, und ließ sie mit ihrem eigenen Gewicht auf Guillotine auf die Wade fallen.
Zuerst spürte ich nichts. Dann eine kurze, tiefe Erregung, und schon sickerte unter der Kante des Schnitts ein leuchtend roter Saum hervor. Das Blut sammelte sich, dunkel wie eine Frucht, und floß am Fußknöchel abwärts in die Schale meines Lackschuhs."
- Die Glasglocke, Sylvia Plath
Heißes Wasser, welches mich steinigt und jeden schmutzigen Gedanken verwandelt.
Meine Hand greift zum Trimmer, bricht die Plastikspitzen ab, befreit die Klinge aus ihrem Käfig. Langsam setze ich sie auf meine Hüfte, lasse sie nach unten gleiten, Blut vermischt sich mit Wasser und fließt in den Abfluss. Streiche hoch und runter, immer fester.
Wechsele die Seite, sorge dafür, dass meine Hüften symmetrisch aussehen und symmetrisch gleich brennen.
Steige aus der Dusche, kümmere mich um die Wunden, doch die Pflaster sind zu klein, sie geben nach, die Flüßigkeit bricht heraus und verfärbt meine Hose.
Rot, rot, rot, sind alle meine Kleider. Tot, tot, tot, ist alles was ich hab.

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